Antrag der SPD-Fraktion: Baumbestattungen in Braunschweig

Beschlussvorschlag:
Die Verwaltung wird beauftragt, im Zusammenwirken mit den beiden anderen Friedhofsträgern in Braunschweig ein Konzept zu entwickeln, wie in Braunschweig zukünftig auch alternative, naturnahe Bestattungsformen wie die Wald-/Baumbestattung angeboten werden können.

Sachverhalt:
Auch die Beerdigungskultur unterliegt einem Wandel. In den vergangenen zwanzig Jahren wurden immer mehr Verstorbene in sogenannten alternativen Bestattungsformen wie Baum- oder Wiesenbestattungen, in Waldfriedhöfen oder Bestattungswäldern/Friedwäldern bestattet. Die besondere Nähe zur Natur ist häufig ausschlaggebend, außerdem ist häufig kein Grabstein notwendig und es fällt keine Grabpflege an. Die Baumbestattung zählt zu den alternativen Bestattungsarten: Der Verstorbene wird dabei in einer Urne, die vorzugsweise biologisch abbaubar ist, im Wurzelwerk frei wachsender Bäume beigesetzt.

Allerdings werden die gängigsten Formen der Baumbestattungen in speziellen Begräbniswäldern angeboten. Das bedeutet meist lange Wege für die Angehörigen. Friedhöfe befinden sich oftmals in Wohnortnähe und sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Im Winter sind die angelegten Wege freigeräumt und passierbar. Es gibt Toiletten für die Besucher und Räumlichkeiten für Trauerfeiern. Es gibt daher auch immer mehr Waldfriedhöfe oder städtische Friedhöfe, die Baumbestattungen anbieten.

Bereits 2017 wurde seitens der Verwaltung mit der Erarbeitung einer Friedhofsrahmenplanung begonnen, um „Szenarien für die zukünftige Entwicklung der Friedhofslandschaft in Braunschweig entwickeln zu können“. Im Zusammenhang mit der Aufstellung des Friedhofrahmenplans sollte auch der Frage nachgegangen werden, welche Flächen für einen Waldfriedhof oder Bestattungswald/Friedwald auf Braunschweiger Stadtgebiet in Frage kommen.

Auch im Integrierten Stadtentwicklungskonzept ISEK findet sich der Hinweis auf eine Aktualisierung des Friedhofrahmenplans von 1995 mit einer Flächenbedarfsbilanzierung, die den heutigen Bedarf an Friedhofsflächen abbilden und heutige Trends in der Bestattungskultur der Braunschweiger Bevölkerung aufzeigen soll. Zudem wird die Schaffung neuer Stadtteilfriedhöfe im Westen und Süden der Stadt angedacht. Eventuell können naturnahe Bestattungen dort ermöglicht werden.

Gez. Annette Johannes

Download: Antrag der SPD-Fraktion