Anfrage der SPD-Fraktion: Situation an den Schulen in Corona-Zeiten

Sachverhalt:
Mit der Ausbreitung der Corona-Pandemie wurden mit Wirkung vom 16. März 2020 alle Schulen bundesweit vorerst geschlossen. Dieses war ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, und die Auswirkungen stellen bis zum heutigen Tage sowohl die Kultusministerien als auch die Schulträger und vor allem Lehrkräfte, Eltern und natürlich die Schülerinnen und Schüler vor erhebliche Herausforderungen.

Aufgrund der erfreulichen Entwicklung der Infektionszahlen erfolgte ab dem 27. April die schrittweise Rückkehr der Schülerinnen und Schüler in die Klassen. Unter Einhaltung der bestehenden Abstandsregelungen allerdings in halber Klassenstärke im tage- oder wochenweisen Wechsel. Alle 14 Tage kehrten weitere Jahrgänge in die Schule zurück. Aktuell (Stand Einreichung) findet für alle Schuljahrgänge Präsenzunterricht in den Schulen statt. Dennoch bedeutet das für eine Gruppenhälfte jeweils, dass weiterhin das Lernen zu Hause erfolgen muss. Diese Schülerinnen und Schüler werden ebenso wie Schülerinnen und Schüler aus der Risikogruppe weiterhin durch ihre Lehrkräfte mit Aufgaben versorgt. Der Einsatz digitaler Möglichkeiten erfolgt dabei in sehr unterschiedlicher Weise. In den höheren Jahrgängen oder sogenannten Tablet-Klassen sind taugliche Endgeräte vielfach vorhanden, und der Einsatz von IServ mit einem Chat-, Aufgaben- und Videokonferenz-Angebot wurde häufig bereits eingeübt. In den unteren Jahrgängen wurden Arbeitsblätter oder Buchseiten zur Bearbeitung per E-Mail an die Eltern versandt. Nicht selten waren die Aufgaben durch die Eltern auszudrucken und zurückzusenden.

Auch die Rückkehr in den Präsenzunterricht stellt die Schulen vor hohe Anforderungen. Die Abstandsregeln und Hygienekonzepte sind einzuhalten, Unterrichts- und Pausenzeiten müssen getaktet und die Verpflegung neu organisiert werden. Der Fachunterricht muss weiterhin auf einen Wechsel von Präsenzzeiten und der Aufgabenbearbeitung zu Hause abgestimmt werden.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

1. Wie gut funktioniert nach Einschätzung der Verwaltung an den Braunschweiger allgemeinbildenden Schulen das Zusammenspiel von Homeschooling und Präsenzunterricht, und insbesondere welche Schlüsse lassen sich bereits jetzt hinsichtlich der Digitalisierung im Schulbereich ziehen?

2. Wie gelingt den Schulen in Zusammenarbeit mit dem Schulträger die Umsetzung des Hygieneplans sowie des besonderen Reinigungskonzepts im Rahmen des Präsenzunterrichts bei halber Klassenstärke?

3. Welche besonderen Herausforderungen würden sich aus Sicht des Schulträgers ergeben, wenn die Schulen in Niedersachsen nach den Sommerferien vom eingeschränkten Präsenzunterricht in den Normalbetrieb übergehen würden?

Gez. Christoph Bratmann

Download: Anfrage der SPD-Fraktion